Verkehrsberuhigung im Detail

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind Kinder ausdrücklich vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen. StraßenbenützerInnen dürfen daher nicht darauf vertrauen, dass Kinder die maßgeblichen Rechtsvorschriften befolgen und müssen ihr Fahrverhalten entsprechend anpassen (Reduktion der Geschwindigkeit). Leider ist dies nicht immer der Fall.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit stehen eine Reihe an möglichen Maßnahmen zur Auswahl. Hier die wichtigsten:

• In Schulstraßen wird ein temporäres Fahrverbot vor Unterrichtsbeginn und oft auch nach Unterrichtsende verhängt. Das Radfahren bleibt erlaubt.

• In Fußgängerzonen herrscht allgemeines Fahrverbot. Ausnahmen für RadfahrerInnen, Kommunalfahrzeuge, Lieferverkehr u.ä. können verordnet werden.

• In Begegnungszonen gilt üblicherweise ein Tempolimit von 20 km/h. Alle Verkehrsteilnehmer dürfen den Straßenraum gleichberechtigt nutzen. Auch FußgängerInnen dürfen die Fahrbahn benutzen und dabei weder gefährdet noch behindet werden.

• In Wohnstraßen gilt Schrittgeschwindigkeit. Auch hier steht die Fahrbahn allen VerkehrsteilnehmerInnen zur Verfügung. Das Zu- und Abfahren mit Kraftfahrzeugen ist gestattet, nicht aber das Durchfahren.

• In Fahrradstraßen gilt Tempo 30. RadfahrerInnen dürfen auch nebeneinander fahren und nicht behindert werden. Das Zu- und Abfahren mit Kraftfahrzeugen ist gestattet, nicht aber das Durchfahren.

• Liegen Schulen oder Kindergärten an Hauptstraßen, sollten zumindest Tempobeschränkungen (Tempo 20 oder 30) erlassen werden – für die betreffende Straße oder als Zone.

Grundsätzlich sollte das Umfeld von Schulen und Kindergärten über ausreichend breite Gehsteige und einen Anschluss an das Radverkehrsnetz verfügen. Wo dies aufgrund beengter Verhältnisse nicht möglich ist, sollte auf eine der oben genannten Maßnahmen zurückgegriffen werden.

Unerlässlich für die Schulwegsicherheit sind auch Querungshilfen. Dazu zählen organisatorische Maßnahmen wie Fußgängerübergänge, Radfahrerüberfahrten, Ampeln und Schülerlotsen, aber auch bauliche Maßnahmen wie Verkehrsinseln (Fahrbahnteiler), Fahrbahnverengungen, Fahrbahnversatz, Fahrbahnaufpflasterungen und Gehsteigvorziehungen.

Bauliche Maßnahmen wie Fahrbahnverschwenkungen und Aufpflasterungen tragen zudem dazu bei, dass das verordnete Tempolimit auch eingehalten wird. Auch Bodenmarkierungen, Geschwindigkeitsmessgeräte und Radaranlagen erhöhen die Chance auf Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Leitfaden Verkehrssichere Gestaltung des Schulumfeldes und/oder dem Leitfaden Kinderfreundliche Mobilität.