Verkehrswende Tulln - Klosterneuburg

Bezirksweite Petition: Verkehrsberuhigung im Umfeld von Schulen und Kindergärten im Bezirk Tulln

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Die Kinder und Jugendlichen stehen im Zentrum unserer bezirksweiten Petition – ihre Sicherheit auf ihrem Weg zur Schule oder zum Kindergarten und ihre Zukunft in einer von der Klimakrise bedrohten Welt. Dieser Weg ist derzeit jedoch vielerorts brandgefährlich: fehlende oder zu schmale Gehsteige, kein Anschluss an die Radverkehrsinfrastruktur, viel Kfz-Verkehr und ein zu hohes Tempolimit. Das muss sich ändern!

Daher forden wir die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung – die BürgermeisterInnen und Gemeinderäte, das Land Niederösterreich und die Bezirkshautmannschaft – auf, rasch geeignete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Umkreis von Schulen und Kindergärten voranzutreiben. Je nach örtlichen Gegebenheiten können das Schulstraßen, (temporäre) Fahrverbote, Fußgänger- bzw. Begegnungszonen oder andere Maßnahmen sein, wie sie auch der heuer vom Amt der NÖ Landesregierung herausgegebene Leitfaden Verkehrssichere Gestaltung des Schulumfeldes beschreibt.

Den vollständigen Petitionstext können Sie gleich rechts lesen, wo Sie auch die Möglichkeit haben, direkt von hier aus zu unterschreiben. Oder Sie besuchen die Website von openpetition.eu, wo Sie unsere Petition ebenfalls finden.

!! Achtung !!
Bitte den Bestätigungs-Link, den man per E-Mail bekommt, unbedingt aktivieren, sonst ist die Unterschrift nicht gültig!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Die Verkehrswende Tulln-Klosterneuburg (TUKG)

Bild: Werschinski, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Verkehrsberuhigung im Detail

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind Kinder ausdrücklich vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen. StraßenbenützerInnen dürfen daher nicht darauf vertrauen, dass Kinder die maßgeblichen Rechtsvorschriften befolgen und müssen ihr Fahrverhalten entsprechend anpassen (Reduktion der Geschwindigkeit). Leider ist dies nicht immer der Fall.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit stehen eine Reihe an möglichen Maßnahmen zur Auswahl. Hier die wichtigsten:

• In Schulstraßen wird ein temporäres Fahrverbot vor Unterrichtsbeginn und oft auch nach Unterrichtsende verhängt. Das Radfahren bleibt erlaubt.

• In Fußgängerzonen herrscht allgemeines Fahrverbot. Ausnahmen für RadfahrerInnen, Kommunalfahrzeuge, Lieferverkehr u.ä. können verordnet werden.

• In Begegnungszonen gilt üblicherweise ein Tempolimit von 20 km/h. Alle Verkehrsteilnehmer dürfen den Straßenraum gleichberechtigt nutzen. Auch FußgängerInnen dürfen die Fahrbahn benutzen und dabei weder gefährdet noch behindet werden.

• In Wohnstraßen gilt Schrittgeschwindigkeit. Auch hier steht die Fahrbahn allen VerkehrsteilnehmerInnen zur Verfügung. Das Zu- und Abfahren mit Kraftfahrzeugen ist gestattet, nicht aber das Durchfahren.

• In Fahrradstraßen gilt Tempo 30. RadfahrerInnen dürfen auch nebeneinander fahren und nicht behindert werden. Das Zu- und Abfahren mit Kraftfahrzeugen ist gestattet, nicht aber das Durchfahren.

• Liegen Schulen oder Kindergärten an Hauptstraßen, sollten zumindest Tempobeschränkungen (Tempo 20 oder 30) erlassen werden – für die betreffende Straße oder als Zone.

Kinder als VerkehrsteilnehmerInnen

In der Straßenverkehrsordnung gehören Kinder zum besonders geschützten Personenkreis, der vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen ist (§3 StVO). StraßenbenützerInnen dürften daher nicht darauf vertrauen, dass Kinder die maßgeblichen Rechtsvorschriften befolgen.

In § 29a StVO ist zudem verankert, dass Kindern, die eine Fahrbahn erkennbar überqueren wollen – mit oder ohne vorhandenem Zebrastreifen – das unbehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen ist. Kfz-LenkerInnen müssen dafür notfalls auch anhalten, egal ob die Kinder einzeln, in Gruppen oder in Begleitung Erwachsener unterwegs sind. Man spricht auch vom unsichtbaren Schutzweg”.

Was Temporeduktion bringt

Als wichtigste Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit der Kinder ist die Reduktion des Tempos zu nennen.
Der Anhalteweg (= Reaktionsweg + Bremsweg) ist z.B. bei Tempo 30 weniger als halb so lang wie bei Tempo 50 (13,
3 Meter im Vergleich zu 27,7 Meter). Auch die bei einem Zusammenstoß umzuwandelnde Bewegungsenergie beträgt bei Tempo 30 nur etwa ein Drittel jener, die bei Tempo 50 ins Spiel kommt. Zudem werden bei langsameren Geschwindigkeiten die Details des Verkehrsraums von Fahrzeuglenkern besser erkannt.
In Summe bedeutet dies, dass ein geringeres Tempo die Gefahren bei potenziell gefährlichen Situationen deutlich senkt.

Klosterneuburg

Obere Stadt
Das BG/BRG Klosterneuburg, die Musikschule Klosterneuburg, die NMS Hermannschule sowie der Kindergarten Markgasse liegen allesamt an einem viel genutzten Schleichweg durch die Obere Stadt. Die Radlobby Klosterneuburg hat im Herbst 2019 eine Petition für sichere Schulradwege in diesem Bereich gestartet und mehrere Varianten zur Verbesserung der aktuellen Situation vorgeschlagen – unter anderem die Errichtung einer großräumigen Begegnungszone, temporäre Fahrvebote vor den Schulen, eine Unterbindung des Schleichwegs sowie einen Anschluss an die Kierlingtalradroute. Die Bemühungen scheiterten bislang am Widerstand des Bürgermeisters.

Anton Bruckner Gasse
Schule und Kindergarten liegen in einer Seitengasse der viel befahrenen Weidlinger Straße.

St. Andrä-Wördern

Durch das Ortszentrum von St. Andrä-Wördern verläuft die Greifensteinerstraße - eine viel befahrene Landesstraße auf der eine höchstzulässige Geschwindigkeit von 50 km/h erlaubt ist. Hier befindet sich das sogenannte „Schulviertel” von St. Andrä-Wördern, wo tagtäglich an die  600 Kinder eine der drei Schulen bzw. den Kindergarten besuchen.
Die Gehsteige sind an zentralen Abschnitten schmal und die Straße verläuft gleich daneben. Es sind hier auch viele LKWs unterwegs. Dazu kommen noch Linienbusse, die versuchen, sich in den dichten Verkehr einzureihen und die enge Kurven meistern müssen.
Viele Kinder besuchen auch den Hort und/oder die Musikschule, welche sich ebenfalls im Gebäude der Volksschule befinden und sind deshalb am Nachmittag unterwegs.

Weidling

Die Volksschule Weidling liegt direkt an der stark befahrenen Hauptstraße. Der Gehsteig ist sehr schmal. Die Radroute führt im Abstand von etwa 100 Metern an der Schule vorbei. Da die Straße im Ortszentrum von Weidling sehr eng ist, sind bauliche Veränderungen jedoch kaum möglich. Völlig unverständlich ist, dass die Bemühungen der Stadtgemeinde Klosterneuburg für eine Tempo 30-Zone bislang vom Land Niederösterreich vereitelt wurden. Auch der Kindergarten Weidling liegt in unmittelbarer Nähe zur Engstelle.

Kritzendorf

Trotz des erfreulichen Umbaus des Gehsteiges gegenüber der öffentlichen Volksschule sowie in der Enge beim Mauerbacherhof im vergangenen Sommer ist die Fahrgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs im Bereich zwischen den beiden Engen sehr hoch für die örtlichen Verhältnisse. Oft sind es große LKWs, die auf dieser Strecke im erlaubten Tempo von 50 km/h durchfahren. Eine Herabsetzung des Tempolimits auf 30km/h wäre  in diesem Bereich der Landesstraße dringend nötig.

Sieghartskirchen

30 zone sieghartskirchenDie Volksschule Sieghartskirchen verfügt zwar über einen Busvorplatz, in unmittelbarer Nähe befindet sich jedoch eine Landesstraße auf der Tempo 50 gilt. Letztes Jahr hat eine Bürgerinitiative unterstützt vom Elternverein der Volksschule ein Ansuchen für eine 30er-Zone gestelt, welches aber nicht bewilligt wurde - mit der  Begründung, es gäbe ja den Busvorplatz.
Positiv ist hervorzuheben, dass es einen Zebrastreifen mit Lichtsignalanlage sowie einen Schülerlotsendienst zwischen 7:00 und 7:45 gibt. Doch leider kommt es immer wieder zu kritischen Situationen auf der Landesstraße,

Kierling

Die Volksschule Kierling liegt an der stark befahrenen B14. Obwohl der Gehsteig vor der Schule sehr schmal ist, gilt hier Tempo 50. Außerdem ist die Kierlingtalradroute ausgerechnet im Bereich der Schule unterbrochen. Eine Reduktion des Tempolimits auf 30 km/h sowie eine Anbindung der Schule mit einem baulich getrennten Radweg würde die Sicherheit der Kinder deutlich erhöhen.