Hagentalradweg

Die Verkehrswende Tulln-Klosterneuburg (TUKG) und die Radlobby Klosterneuburg setzen sich für die Errichtung eines baulich getrennten Radwegs zwischen Maria Gugging und St. Andrä-Wördern ein.

Radrouten rund um Maria Gugging und St. Andrä-Wördern

Neben dem Donauradweg (EuroVelo 6) besteht seit 2013 eine offizielle Radroute zwischen Klosterneuburg und Maria Gugging ("Kierlingtalradroute"). Sie führt über Fuß-/Radwege und sehr schwach befahrene Straßen. Das Kierlingtal ist damit, abgesehen von zwei kleinen Lücken, sicher und komfortabel mit dem Rad befahrbar. 

Zwischen St. Andrä und dem Donauradweg gibt es keine offizielle Radroute. Mit dem 2020 errichteten Radweg in der Schredengasse und den verkehrsarmen Verbindungen über Hagenbachgasse und Feldgasse bestehen aber zumindest für Ortskundige sichere Radanbindungen zwischen St. Andrä, dem Donauradweg und der S40. 

Zwischen Maria Gugging und St. Andrä klafft eine 4,5km lange Lücke im Radroutennetz. Wer auf sicherem Weg von Maria Gugging nach St. Andrä fahren möchte, muss stattdessen 20km über den Donauradweg fahren. 

 

Radrouten (grün) und Lücken (rot), zum Vergrößern Karte anklicken

 

Im Mischverkehr bei Tempo 100

Derzeit ist der Weg von Maria Gugging nach St. Andrä-Wördern für Radfahrende brandgefährlich. Die Kierlingtalradroute von Klosterneuburg endet kurz vor der Pfarrkirche Maria Gugging. Ab dort müssen Radfahrende in Richtung St. Andrä-Wördern die B14 benützen, die ein Verkehrsaufkommen von rund 7.000 Kraftfahrzeugen pro Tag verzeichnet (Verkehrserhebung 2019). Auf der Hauptstraße gilt Tempo 50, nach dem Ortsende (Wiener Straße) Tempo 100. Eine Befahrung durch TUKG und Radlobby zeigte, dass Radfahrende dort regelmäßig von AutofahrerInnen ohne ausreichenden Seitenabstand überholt werden. Manchmal sogar bei Gegenverkehr.

 

 

Video - Ein Radweg für das Hagental

 

Ein Radweg für das Hagental

Maria Gugging verfügt mit dem IST Austria über einen großen Arbeitgeber. Während das Forschungsinstitut von Wien aus mit dem IST-Shuttle gut erreichbar ist, kann die Busverbindung aus Richtung Tullnerfeld derzeit bestenfalls als „bescheiden“ bewertet werden. Aufgrund der Gefährlichkeit nutzen derzeit nur wenige MitarbeiterInnen und Studierende das Fahrrad als Alternative.

Zwischen Maria Gugging und St. Andrä-Wördern liegen zwei beliebte Ausflugsziele, die Lourdesgrotte und die Hagenbachklamm. An einen Radausflug dorthin ist mit Kindern derzeit nicht zu denken. Die Parkplätze vor dem Eingang zur Klamm sind an Wochenenden regelmäßig überfüllt. Auch das Altstoffsammelzentrum St. Andrä-Wördern befindet sich an diesem Straßenabschnitt.

Radfahrende aus Maria Gugging und Kierling müssen derzeit einen großen Umweg über Klosterneuburg in Kauf nehmen, wenn sie die gefährliche Strecke auf der B14 vermeiden wollen. Angenommen wir stehen vor der Kirche in Maria Gugging und wollen ins beliebte Gartencafé in St. Andrä. Dann sind dies auf direktem – gefährlichen – Weg 4,8 Kilometer, über Klosterneuburg und den Donauradweg jedoch 18,5 Kilometer.

Das Land Niederösterreich möchte den Radverkehrsanteil verdoppeln. Die Gemeinderäte der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern und der Stadtgemeinde Klosterneuburg haben in den vergangenen Jahren ebenfalls maßgebliche Steigerungen des Radverkehrs beschlossen. „Dafür braucht es aber eine sichere und attraktive Radverkehrsinfrastruktur. Noch nie waren die diesbezüglichen Förderungen von Bund und Land so hoch wie jetzt“, sind TUKG-Sprecherin Eva Seibold und Radlobby-Sprecher Werner Palfinger einig. „Es ist höchste Zeit, mit konkreten Planungen für einen gemeindeübergreifenden Hagental-Radweg zu beginnen.“

 

Haarnadelkurve Hagenbachklamm (Fotomontage)

 

Vorgeschlagener Verlauf

Die bestehende Kierlingtal-Route endet beim IST in Maria Gugging. Wir schlagen eine Weiterführung über Franz Völker-Gasse, Hilbertpromenade und Glockengasse vor (siehe Karte unten). Als zusätzliche Alternativroute kommt die Alte Hauptstraße in Frage, die vorgeschlagene Route über die Hilbertpromenade ist aber wesentlich ruhiger, sicherer und führt direkt am Spielplatz Hilbertpromenade vorbei.

Vorgeschlagener Verlauf, Detail Maria Gugging, zum Vergrößern Bild anklicken

Im Bereich der B14-Querung Hilbertpromenade muss auf einem Abschnitt von 100m die Böschung auf Gemeindegrund versetzt werden.

Querung Hilbertpromenade, zum Vergrößern Bild anklicken

Ab der zweiten B14-Querung Glockengasse schlagen wir einen durchgehenden Geh- und Radweg an der nördlichen Straßenseite vor, wo fast durchgängig mindestens drei Meter unbebauter Gemeinde-/Landesgrund vohanden sind.

Ab der Kreuzung Wiener Straße (B14)/Hauptstraße (aus Richtung Hintersdorf) im Bereich des Altstoffsammelzentrums sollte jedoch eine Trennung von Rad- und Fußgängerverkehr erfolgen. Denn aufgrund des starken Gefälles und der dadurch zu erwartenden hohen Geschwindigkeit von bergab fahrenden RadfahrerInnen wären andernfalls gefährliche Situationen vorprogrammiert. Denkbar wären ein Geh- und Radweg bergauf und ein reiner Radweg bergab mit einer Querungshilfe im genannten Kreuzungsbereich.

Sollte dies aus technischen, rechtlichen oder finanziellen Möglichkeiten nicht möglich sein, müsste der Geh- und Radweg zumindest in Richtung St. Andrä ohne Benützungspflicht (und mit 20 km/h Tempolimit) ausgeführt und schnelle RadfahrerInnen auf die Fahrbahn verwiesen werden. Diese „Sparversion“ ist in der Fotomontage oben dargestellt.

Die Haarnadelkurve beim Eingang zur Hagenbachklamm ist wohl der schwierigste Abschnitt. Wir schlagen vor, die Straße an der Kurveninnenseite zu verbreitern. Jedenfalls wird es aus Sicht von TUKG und Radlobby Klosterneuburg unumgänglich sein, die Detailplanung an eine/n VerkehrsplanerIn mit großer Erfahrung in Sachen alltagstauglicher Radverkehrsinfrastruktur zu vergeben. Und natürlich sollte auch auf geeignete Fahrradabstellplätze (Radbügel) bei der Hagenbachklamm und an anderen wichtigen Standorten (z.B. IST, Lourdesgrotte, Gastronomie) nicht vergessen werden.

 

 

Vorgeschlagener Verlauf, Detail Hagenbachklamm, zum Vergrößern Bild anklicken

Vorgeschlagener Verlauf gesamt, zum Vergrößern Bild anklicken